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RESOLUTION LEDNICE – SÜDMÄHREN (CZ) – 27. Mai 2016 FÖRDERUNG DES STEILLAGENWEINBAUS IN EUROPA

Monday 06 Jun 2016

Le 06 Jun 2016 -

 

RESOLUTION

 

LEDNICE – SÜDMÄHREN (CZ) – 27. Mai 2016

 

FÖRDERUNG DES STEILLAGENWEINBAUS IN EUROPA

 

In zahlreichen Regionen Europas gibt es Weinbau auf Steillagen mit mehr als 30 % Hangneigung sowie auf Terrassen und in Höhenlagen.

 

Dieser Typ von Weinbau stellt ein Juwel dar, das es zu würdigen und für die künftigen Generationen zu schützen gilt, sosehr er für einzigartige Qualität, biologische Vielfalt, nachhaltigen Anbau sowie für die  Schönheit der Kulturlandschaften beispielhaft steht. Somit  stellt der Steillagenweinbau ein zu erhaltendes kulturelles weinbauliches Erbe Europas dar.

 

Diese Form des Weinanbaus liegt vielmals in der Hand von kleinen, ja sehr kleinen Familienbetrieben. Der Steillagenweinbau stellt für die Winzer und Winzerinnen eine sehr große Herausforderung dar. Die Bewirtschaftung von Hang- und Steillagen sowie von Terrassen erfordert wesentlich mehr Handarbeit und führt zu höheren Mehrkosten im Vergleich zum Weinbau in der Ebene.


Die AREV unterstreicht den einzigartigen Charakter dieser Weinberge mit ihren bedeutenden und vielfältigen ökonomischen, ökologischen, sozialen als auch kulturellen und touristischen Funktionen.

 

Die Erhaltung und Entwicklung des Steillagen-Weinbaus hin zu einer wirtschaftlich effizienten und zukunftsfähigen Bewirtschaftung erfordert eine gezielte, nachhaltige   europäische  und nationale  Förderpolitik.

 

Derzeit fehlt es an einer gebührenden Würdigung der vielfältigen Leistungen dieser Form des Weinbaus in den europäischen Bestimmungen, Vorschriften und Fördermaßnahmen!

 

Die aktuellen finanziellen Fördermaßnahmen reichen  für die Erhaltung des Weinbaus in Steil- und Terrassenlagen bei weitem nicht aus; viele dieser Rebflächen werden aufgegeben!

 

Angesichts

 

  • der Erschwernis bei der  Bewirtschaftung in Steil- und Terrassenlagen durch aufwendigere oder fehlende Mechanisierungsmöglichkeiten,
  • der dadurch hervorgerufenen höheren  Produktionskosten,
  • der daraus resultierenden verminderten Wettbewerbsfähigkeit,
  • der Notwendigkeit, diese unersetzbare Form des Weinbaus mit ihren vielfältigen Funktionen für die Wirtschaft (Erhaltung der Betriebe, der Beschäftigungsmöglichkeiten und der Wirtschaftskraft der Regionen), für die Kulturlandschaft (touristische Attraktivität, Weintourismus) und für die Ökologie (Erosionsschutz, Wasserhaltevermögen, Biodiversität) zu erhalten,
  • des voraussehbaren, zunehmenden Konkurrenzdrucks durch das neue Genehmigungssystem für Rebpflanzungen,
  • der fortschreitenden Verlagerung der Steillagen-Weinberge in die Ebene,  und
  • der schwerwiegenden wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Folgen für die Menschen in diesen Regionen, wenn diese einzigartigen Rebflächen nicht mehr bewirtschaftet und aufgegeben werden,

 

fordern die Mitgliedsregionen der AREV eine grundsätzliche Anerkennung des Steillagenweinbaus und der damit verbundenen ökologischen, ökonomischen und sozialen Leistungen der Winzer und Winzerinnen  durch die europäische Agrarpolitik insbesondere in Form von:

 

  • einer flächenbezogenen jährlichen Beihilfe zum Ausgleich der Mehrkosten für den Weinbau in Steil- und Terrassenlagen im Rahmen der Ersten Säule der Gemeinsamen Marktordnung GAP (EU) Nr. 1308/2013, ergänzend zu den bestehenden  Maßnahmen im Nationalen Stützungsprogramm,
  • der Anerkennung der Steillagenbewirtschaftung als zu fördernde Agrar-Umweltmaßnahme in der zweiten Säule,
  • der Einstufung von Erstellung und Bewirtschaftung der Steil- und Terrassenlagen als Naturschutzmaßnahme mit hoher Priorität,
  • der Berücksichtigung der spezifischen Besonderheiten der Steillagenbewirtschaftung in der zukünftigen europäischen Gesetzgebung z. B.  Rebschutz mit Luftfahrzeugen, und
  • die Mitgliedstaaten und die Regionen sollen ermächtigt werden, regeln zu können, dass die aus Steillagen entstandenen Wiederbepflanzungsautorisierungen nur in Steillagen genutzt werden können.

 

Diese Resolution wurde von der Steillagen-Arbeitsgruppe am 22. April 2016 bei dem Arbeitsgruppentreffen der AREV im Steillagenzentrum DLR-Mosel in Bernkastel-Kues erarbeitet und der Generalversammlung zur Verabschiedung vorgelegt.

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