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REIMS (Champagne-Ardenne - 30/05/2008)
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Entschließung zur Reform der Weinmarktordnung der EU

ERKLÄRUNG VON REIMS

verabschiedet anlässlich der AREV-Vollversammlung vom 30. Mai 2008 mit einer Teilnahme von etwa 120 politischen und berufsständischen Delegierten aus 50 Regionen von 17 europäischen Ländern

Die Versammlung der Weinbauregionen Europas (AREV) hatte den schwierigen politischen Kompromiss, den die 27 Minister für Landwirtschaft gegenüber der Kommission am 19. Dezember 2007 erzielt hatten, zur Kenntnis genommen. Dieser wird tiefgreifende Auswirkungen auf den europäischen Weinbau nach sich ziehen, die zahlreiche über Jahrzehnte etablierte Gleichgewichte zwangsläufig stören werden.

Die Europa-Abgeordneten hatten sich die Positionen der AREV in dem mit einer überwältigenden Mehrheit angenommenen Castiglione-Bericht zur Reform eine Woche zuvor zu Eigen gemacht. Damit hat das Parlament klar gestellt, dass die gewachsenen Traditionen langfristig eher eine Stärke für den europäischen Wein darstellen werden als die Imitation der Weinbaupolitik einiger Länder der neuen Welt, deren Grenzen sich schon heute deutlich am Markt abzeichnen.

Der Weinbau stellt in Europa einen Sektor dar, dessen wirtschaftliches Gewicht beachtlich und dessen Aktivitäten für unsere Regionen prägend und entscheidend sind, was die Beibehaltung einer spezifischen GMO vollständig rechtfertigt.

Die von der Kommission entworfenen Durchführungsbestimmungen lassen ein Abweichen vom politischen Kompromiss bei der Umsetzung befürchten, zumal die territorialen Besonderheiten bei deren Ausarbeitung nicht berücksichtigt wurden. Die AREV fordert daher die Mitgliedstaaten auf, darauf zu achten, dass die vom Ministerrat abgelehnten liberalen Vorschläge nun nicht indirekt wieder eingeführt werden.

Die AREV bekräftigt erneut insbesondere folgende Positionen:

- Die AREV erinnert daran, dass sie die Abschaffung des Pflanzrechtesystems immer abgelehnt hat, und fordert die Mitgliedstaaten auf, erst nach dem Etappenbericht von 2012 über das Aufhebung dieses Systems zu entscheiden;

- Die AREV hat sich stets entschieden gegen die Angabe von Rebsorten und Jahrgängen auf den Etiketten von Tafelwein ausgesprochen, da eine solche Maßnahme den von der Kommission selbst geforderten Qualitätsbestrebungen entgegenläuft und die Gefahr der Irreführung des Konsumenten in sich birgt. Sie erhält ihre Kritik an dieser Entscheidung weiterhin aufrecht und spricht sich für die Rückkehr zur alten Regelung aus. Sie fordert die Mitgliedstaaten und die Kommission auf, zumindest die Authentizität der Angaben strengstens zu kontrollieren und die Auswirkungen dieses Kennzeichnungssystems auf die Weine mit Ursprungsbezeichnung genau zu beobachten und gegebenenfalls die Entscheidung zu modifizieren;

- Die AREV unterstreicht, dass die gewachsenen önologischen Verfahren Teil unserer Weinbautradition und damit auch unserer Marktstärke sind. Neue Verfahren sind daher nur einzuführen, wenn sie einen allgemeinen und gemeinschaftlichen Vorteil sowohl für Produzenten als auch für Konsumenten mit sich bringen. Auf keinen Fall dürfen sie nach dem Belieben von Interessengruppen modifiziert werden. Hierbei handelt es sich um eine politische Zuständigkeit, die dem Ministerrat vorbehalten bleiben soll;

- Die AREV betont erneut, dass das Rodungsprogramm nicht dazu führen darf, dass historische Weinberge verschwinden, die vor allem aus sozioökonomischer, landschaftlicher und biovielfältiger Sicht bedeutsam sind, und damit die Eigenart ganzer Gebiete zerstören, insbesondere bei den Steilhanglagen;

- Die AREV fordert die Kommission auf, im Sinne der Subsidiarität die bisher in den Mitgliedsstaaten geltenden Methoden zur Messung der Rebflächen zu akzeptieren. Ein neues System würde einen unannehmbaren bürokratischen Aufwand und unvertretbare Kosten mit sich bringen, insbesondere angesichts der Gefahr, dass dies indirekt zu neuen Pflanzrechten führt.

Die AREV erinnert an ihr Festhalten am Subsidiaritätsprinzip und fordert die Minister für Landwirtschaft auf, hinsichtlich der regionalen und nationalen Hilfen das Erreichte und die Erfahrung zu berücksichtigen, in Übereinstimmung mit den jeweiligen Kompetenzen. Sie verlangt, dass sie die Umsetzung des erreichten politischen Kompromisses durch die Kommission besonders aufmerksam verfolgen und darauf achten, dass keine unwiderrufbaren Orientierungen oder Bestimmungen festgeschrieben werden.