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Schreiben des Präsidenten / 4-10-2012
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Frau Präsidentin, Herr Präsident,

Seit der Vorstellung der wissenschaftlichen Studie von Prof. Montaigne im März dieses Jahres, die uns vollständig in unserer berechtigten Forderung bestärkt hat, in Europa für Weine aller Qualitätsstufen eine Regulierung des Produktionspotentials beizubehalten, habe ich Sie regelmäßig über die einzelnen Schritte informiert, die wir bei der Kommission, dem Europäischen Parlament, dem Ausschuss der Regionen und verschiedenen Mitgliedsstaaten unternommen haben.

So eindeutig wir eine vollständige Übereinstimmung der Meinungen verzeichnen und auf die Unterstützung der anderen Partner bauen konnten, so tief sind wir von der Europäischen Kommission enttäuscht worden, die leider in dieser Angelegenheit als Einzige tätig werden darf.

Unabhängig von dem Affront, den sich ihr Generaldirektor bei der 3. Sitzung der HLG in Palermo mir gegenüber erlaubt hat, wo ich die Ehre hatte, Sie alle zu vertreten, stellt der Lösungsvorschlag, der dort gemacht wurde (Liberalisierung für Weine aller Qualitätsstufen außer denen mit geschützter Ursprungsbezeichnung und mit geschützter geographischer Angabe) keineswegs einen Fortschritt dar. Die Möglichkeit, die Ausdehnung der Anbauflächen von Weinen mit geschützter Ursprungsbezeichnung und mit geschützter geographischer Angabe mit Hilfe der Pflichtenhefte zu steuern, war nämlich bereits 2008 von der Europäischen Kommission als Reaktion auf unsere Einwände gegen die Liberalisierung der Pflanzrechte vorgeschlagen worden.

Dieser jüngste Vorschlag der Kommission läuft also deutlich sämtlichen, von quasi allen betroffenen Akteuren seit Monaten geäußerten Standpunkten zuwider und lässt entweder auf eine tiefe Verkennung der Funktionsweise des Weinmarkts oder auf die eigentliche Absicht schließen, die von der vorherigen EU-Kommissarin initiierte vollständige Deregulierung aufrechtzuerhalten. Eine derartige Verweigerung gegenüber der Forderung der Wein produzierenden Länder und der von dieser Politik vor allem betroffenen Weinbauregionen, der Winzer aller Länder und des Europäischen Parlaments an den Tag zu legen, ist nicht akzeptabel.

Um an den Sinn für eine demokratische Entscheidungsfindung und verantwortliches Agieren von EU-Kommissar Ciolos zu appellieren, damit endlich eine realisierbare Lösung für die Zukunft des europäischen Weinbausektors gefunden werden kann, halte ich es für unerlässlich, vor der 4. Sitzung der Hochrangigen Gruppe am 23. November 2012 ein großangelegtes, medienwirksames Ereignis in Brüssel zu organisieren und damit unseren Willen kundzutun, bei diesem für unsere regionalen Wirtschaften entscheidenden Thema gehört zu werden.

-  am 7. November 2012 von 13 bis 15 Uhr beim Europäischen Parlament in Brüssel

Ein detailliertes Programm wird Ihnen in den nächsten Tagen zugehen. Doch bitte ich Sie schon jetzt, dieses Datum in Ihren Terminkalender einzutragen.

Ihre persönliche Teilnahme an dieser Veranstaltung an der Seite der berufsständischen Organisationen ist für Sie und sämtliche Vertreter der betroffenen Weinbauregionen die Gelegenheit, vor der Presse unsere Entschlossenheit bei der Verteidigung der Rechte der Winzer zum Ausdruck zu bringen.

Es ist mir sehr wohl bewusst, dass die Zeitspanne sehr kurz ist, und ich kann mir vorstellen, dass Sie vielleicht an diesem Datum bereits Verpflichtungen haben. Ich bitte Sie aber, Ihr Möglichstes zu tun, dass Sie an dem Ereignis persönlich teilnehmen können, damit der tatsächliche Umfang der Mobilisierung der europäischen Regionen deutlich wird.

In der Hoffnung auf eine positive Antwort Ihrerseits verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen,

Jean-Paul Bachy, Président